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11.12.2016

Kommentar zur Woche

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Guten Tag, liebe Leser

Seit Jahren versuchen die deutschen Medien das Schimpfwort „Lügenpresse“ los zu werden. Man kämpft gegen die größer gewordene Gruppe der Pegidia- und AfD-Freunde, die dieses Wort wahllos nutzen, wenn es um öffentliche Berichterstattung geht, die ihnen nicht passt.

Im Lager der rechten Populisten wartet man auf jede Gelegenheit, dem zum „Feind“ erkorenen Presseerzeugnis „Lüge“ zu unterstellen. Wenn aber das öffentlich-rechtliche Fernsehen, und da ausgerechnet die Redaktion der „Tagesschau“, den „Lügenpresse-Schreiern“ Munition liefert, dann fasst man sich an den Kopf. Und verzweifelt über so viel Dummheit.

Als Samstag im Fall des Mordes an einer 19-jährigen Freiburgerin bekannt wurde, dass ein afghanischen Flüchtling als mutmaßlicher Täter verhaftet worden war, da schwieg die Redaktion dazu in der „Tagesschau“.

Alle redeten über den Fall der Studentin – nur nicht die „Tagesschau“. Während andere Nachrichtensender mit Liveübertragungen reagierten,  blieben ARD-Zuschauer ahnungslos. Keine Zeile dazu in den Abendnachrichten.  Anstatt aber anschließend einen Fehler einzuräumen, verzettelte man sich in verzweifelt konstruiert klingenden Erklärungen. Der Fall sei nur von „regionaler Bedeutung“, der mutmaßliche Täter minderjährig und damit besonders schützenswert... Den Populisten hat die Tagesschau jetzt Munition genug geliefert, sich selbst keinen Gefallen getan und gezeigt, wie schnell die öffentlich-rechtlichen Sender in ihrer selbstgewählten Selbstherrlichkeit versagen können.  Denn entweder man hat die Brisanz und Wichtigkeit der Nachricht nicht erkannt oder wegen politischer Korrektheit unterdrückt. In beiden Fällen gehören die Verantwortlichen gefeuert.

Nebenbei: Die öffentlich-rechtliche Senderherrlichkeit zeigt sich auch im Eklat um Anne Wills Dauerwerbesendung für eine Burka-Dschihadistin vor wenigen Wochen. Da konnte man sich rasch rechtfertigen - Konsequenzen hatte das alles bisher nicht. Genau wie der „Lücken“- Tagesschau-Fall von Samstag.

Ihnen eine angenehme Woche
Ihr
Reinhold Haimüller

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