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09.09.2010

Kommentar zur Woche

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Guten Tag, liebe Leser

Was er sagt, ist heikel, seine Wortwahl häufig prekär. Seit Wochen wird über diesen Mann und vor allem über seine Aussagen geredet, diskutiert, debattiert. Thilo Sarrazin bewegt die Gemüter. Was bleibt, wenn sich der Rauch verzogen hat?

Vielleicht die seit vielen Jahren überflüssige, kontroverse Debatte zum Thema Integration, die Sarrazin mit seinen provokanten Thesen nicht ausgelöst aber zumindest in Gang hat. Jahrzehntelang wurden Probleme mit der Integration unter einen großen Multikulti-Teppich gekehrt. Hier konnten sie wachsen und gedeihen - bis sie nicht mehr übersehen waren. Mit der Integration klappt es oft eben nicht.

Sarrazin hätte sich manche pauschale Behauptung sparen sollen. Er hätte hartnäckig die Schwachstellen der Integrationspolitik aufzeigen können. Die Politik hat das Thema Integration über Jahrzehnte nur mit ideologischen Scheuklappen betrachtet und versäumt, die Weichen zu stellen.

Das ist aber sicher nicht nur ein Thema bei uns, sondern wird in ganz Europa heftig debattiert, wie zum Beispiel die Diskussionen in Frankreich, der Schweiz oder Großbritannien zeigen.

Jetzt ist die Politik gefragt: Die Diskussion muss aus dem luftleeren Raum geholt und auf den Boden der Tatsachen zurück gebracht werden. Viele konkrete Fragen müssen endlich einmal geklärt werden. Schnelle Antworten wird es wohl nicht geben. Mit geschärftem Blick muss über Integration geredet werden, aber dann richtig vor allem sachlich fundiert. Gegen Thilo Sarrazins bequeme Halbwahrheiten helfen nur gute Argumente.

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