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23.09.2014

Kommentar zur Woche

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Guten Tag, liebe Leser

Man könnte die AfD, die Alternative für Deutschland, durchaus als Schreckgespenst bezeichnen. Aber nur für die etablierten Parteien. Denn diese müssen sich, spätestens nach den letzten Wahlerfolgen der Konservativen, mit einem politischen Konkurrenten abfinden. Und zwar einem, dem man nicht einfach den Stempel einer bestimmten Schublade aufdrückt, in den Medien boykottieren lässt und auf deren Selbstzerfleischung wartet.

Nein, die AfD ist eine ernsthafte politische Partei geworden. Nicht wegen ihres Programms. Sondern wegen ihrer Wähler. Denn spätestens jetzt sollten wir diese nicht mehr als Protestwähler bezeichnen, als Außenseiter der Gesellschaft, als die Gruppe der Gescheiterten.

Denn wer wählt die AfD? Verprellte Leistungsträger, die vergeblich auf politischen Einsatz für ihre Ziele hofften; Handwerker und Rentner, die sich in ihrer Furcht vor EU-Regeln und -Gesetzen täglich bestätigt sehen; Männer und Frauen, die Angst vor der Kriminalitätswelle haben, die durch die EU-Erweiterung zu uns schwappt; und so weiter. Zu den Wählern zählen Konservative und traditionsbewusste, Euro-Gegner und Bürger aus der „Mitte“ der Gesellschaft.

Das Wählerpotential der AfD ist groß. Fast 25 Prozent der Deutschen sehen sich selbst als konservativ. Und aus diesem Reservoir wird die Partei bei Wahlen weiterhin schöpfen können. Warum? Weil die etablierten Parteien schon längst jeden konservativen Anspruch aufgegeben haben, weil alles der Moderne geopfert wurde. Hauptsache der „Mainstream“ kann regieren, man ist „weltoffen“, „fortschrittlich“, „modern“. Dass es eine große Gruppe Wähler gibt, die genau dies schweigend ablehnt, war den ehemaligen Volksparteien egal. Jetzt bekommen sie in Form der AfD die Quittung dafür.

Dass Deutschland durchaus eine Partei rechts von der CDU braucht, war früher oft Thema. Ansätze dazu erledigten sich meist von selbst, da die CDU alles was „rechts“ von ihr war, aufsaugen konnte. Das ist nun vorbei. Und somit muss auch die CDU mit der AfD Leben lernen.

Ihnen eine angenehme Woche.
Ihr
Reinhold Haimüller

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